Step by Step zur Personal Brand – mit dem 7-Punkte-Plan

Wie heißt die Investment-Gesellschaft von Frank Thelen? Falls Sie keine Antwort auf diese Frage wissen, wird es Ihnen wie vielen anderen gehen: Nicht Freigeist – so der Name der von Thelen gegründeten Venture-Capital-Firma – ist Ihnen bekannt, sondern die Person. Sie nehmen Frank Thelen als Eigenmarke wahr, die zahlreiche Assoziationen hervorruft. Am Beispiel des Seriengründers und Unternehmers, der Menschen außerhalb des Tech-Start-up-Kosmos am ehesten aus der VOX-Serie Die Höhle der Löwen bekannt sein wird, veranschaulichen wir Ihnen in diesem Beitrag, wie der Aufbau einer Personal Brand gelingt.

Wir haben für Sie einen 7-Punkte-Plan zusammengestellt, der Sie dazu befähigt, Ihrer beruflichen Entwicklung mithilfe von Personal Branding einen gehörigen Schub zu versetzen oder maßgeblich zum Erfolg Ihres Unternehmens beizutragen.

In unserem Magazin Corporate Newsroom 2.0 beleuchten wir das Thema des Artikels näher. Dort finden Sie viele weitere Best Practices und Expertenbeiträge.

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Der 7-Punkte-Plan zur Personal Brand

Step 1: Selbstreflexion

Zu Beginn müssen Sie sich selbst besser kennenlernen und sich dazu einige grundlegende Fragen stellen: Wer bin ich? Wer bin ich nicht? Was macht mich aus? Wo liegen meine Stärken und Kenntnisse? Worüber will und kann ich sprechen? Selbstreflexion ist die Basis für eine erfolgreiche Personal Brand.

Bezogen auf unser Beispiel Frank Thelen lässt sich anhand zahlreicher seiner Aussagen darauf schließen, dass die Selbstreflexion permanent stattfindet. Nur wer seine Stärken und Schwächen kennt, kann beispielsweise entscheiden, ob er einem Start-up als Investor tatsächlich weiterhelfen kann.

Step 2: Vision

Die Erkenntnisse aus dem ersten Step müssen nun in eine griffige Vision übersetzt werden. Beschreiben Sie in einem Satz, wofür Sie stehen, wo Sie hinwollen und was andere Menschen zu erwarten haben, wenn Sie sich mit Ihnen befassen. Diese Vision muss aus all Ihren Social-Media-Posts, Vorträgen, Gastartikeln oder Interviews herauszulesen oder -hören sein. So erhalten auch fremde Personen den Eindruck, Sie persönlich zu kennen und zu verstehen, und identifizieren sich im besten Fall mit Ihnen. Brennen Sie für Ihre Vision und lassen Sie das Ihre Zielgruppe auch spüren!

Social-Media-Plattformen fordern Sie häufig sogar aktiv dazu auf, diese persönliche Vision, das Lieblingszitat oder einen das eigenen Leben und Wirken beschreibenden Slogan in Ihr Profil aufzunehmen. Diesem Rat sollten Sie unbedingt folgen. Aber auch auf Ihrer persönlichen Webseite muss jeder Besucher sofort erkennen, wofür Sie stehen und was Sie als Person ausmacht, wie unser Beispiel perfekt zeigt.

Step 3: Ziel und Zielgruppe

In den seltensten Fällen betreiben Sie das Personal Branding aus reinem Selbstzweck. Sie möchten ein bestimmtes Ziel erreichen. Es ergibt sich aus Ihrer Selbstreflexion und der formulierten Vision, orientiert sich aber an messbaren Parametern. Ein solches Ziel kann etwa die Umsatzsteigerung Ihres Unternehmens um 60 Prozent innerhalb eines Jahres sein. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen Sie Ihre Zielgruppe – oder Ihre Zielgruppen – genau definieren.

Als Investor spricht Frank Thelen in erster Linie Gründer an. Auf der Startseite seiner Homepage sind die Begriffe „Founder“ und „Investor“ folgerichtig auch die ersten beiden Schlagworte und in der Navigation taucht gleich zweimal der Begriff „Startup“ auf. Diese Begriffe springen einem Unternehmensgründer naturgemäß sofort ins Auge.

Step 4: Positionierung

Die Basis wurde geschaffen: Sie sind sich darüber im Klaren, was Sie als Person ausmacht, haben eine Vision für Ihre individuelle Personal Brand formuliert und Ihre Zielgruppe definiert. Nun ist es an der Zeit, diese Zielgruppe mit relevanten Inhalten zu füttern. Sie müssen nicht auf allen verfügbaren Plattformen in die Top Ten mit den meisten Followern aufsteigen. Zielführender ist es, genau diejenigen Kanäle auszuwählen, auf denen Ihre Zielgruppe zu erreichen ist. Das können zum Beispiel entsprechende Gruppen auf Karrierenetzwerken wie LinkedIn und XING, Networking-Events und Fachkonferenzen oder Talkrunden in Funk, Fernsehen und Netz sein. Positionieren Sie sich als Teil der Community, als Branchenexperte und vielleicht auch als Kritiker der eigenen Zunft. Sorgen Sie mit fundierten Beiträgen dafür, dass Ihre Stimme Gewicht bekommt und Ihre Meinung gefragt ist.

Auf dem Business-Portal XING gibt es aktuell 417 sogenannte Insider. Sie sind Experten in einer ganz bestimmten Branche oder einem Fachgebiet und verfassen regelmäßig Beiträge, die eine enorme Reichweite erzielen. Auch Frank Thelen nutzt diese Plattform, wie das Beispiel zu Unternehmensgründungen in Deutschland zeigt.

Step 5: Storys

Damit Ihre Beiträge von möglichst vielen Personen wahrgenommen und geteilt werden, bietet sich die Methode des Storytelling an. Seit jeher begeistern sich Menschen für gute Geschichten. Das Besondere daran: Wir verinnerlichen Informationen, die in Geschichten verpackt sind, nicht nur besser, sondern verbreiten diese auch bereitwillig. Es bieten sich einerseits Geschichten zu Ihrem Werdegang an: Wer bin ich und wie wurde ich zu dem, der ich bin? Andererseits bieten vor allem Kanäle wie Instagram die Möglichkeit, Geschichten aus dem Alltag über Fotos, Videos und kurze Texten mit den Followern zu teilen.

In den vergangenen Monaten sind Podcasts immer beliebter geworden. Auch Frank Thelen hat (Stand November 2019) 13 Folgen seines Podcasts Startup-DNA bei Spotify und Apple Podcasts veröffentlicht, in dem er zwischen Interviews und Gesprächen mit interessanten Persönlichkeiten immer wieder seine eigene Geschichte erzählt.

Step 6: Authentizität

Bei den Geschichten, die Sie mit Ihrer Community teilen, ist eines besonders wichtig: authentisch zu sein. Dies ist eine der Säulen, auf denen die Personal Brand beruht. Grundsätzlich gilt: Finden Sie Ihren eigenen, individuellen Stil! Denn wer lediglich andere kopiert, kann nie zu einer eigenen Marke werden. Machen Sie sich nicht größer oder kleiner, als Sie sind: Präsentieren Sie stolz Ihre Erfolge, aber schämen Sie sich nicht für gescheiterte Projekte, sondern erzählen Sie davon.

Die Podcast-Folge mit dem Titel „Vom Scheitern und Weitermachen“ (siehe Screenshot oben) zeigt es deutlich: Auch sehr erfolgreiche Personen haben Niederlagen erlitten. Besonders diese Geschichten stoßen bei den Hörern auf großes Interesse und machen Sie als Persönlichkeit nahbar.

Step 7: Kontinuität

Beim Aufbau einer Personal Brand muss beachtet werden, dass es sich hierbei nicht um ein einmaliges Projekt handelt, das nach einer gewissen Zeit abgeschlossen ist. Wer denkt, es sei mit ein paar Urlaubsfotos auf Instagram und zwei Blogartikeln getan, irrt sich. Vielmehr sollte die Personal Brand als übergreifendes und vor allem langfristiges Vorhaben verstanden werden, an dem laufend gearbeitet wird. Die Maxime „Qualität statt Quantität“ hat zwar auch bei der Personal Brand Gültigkeit. Allerdings ist ein gewisses „Grundrauschen“ auf Ihren Kommunikationskanälen wichtig, damit Ihre Kontakte und Follower Sie nicht aus den Augen und das Interesse an Ihnen verlieren. Hilfreich sind beispielsweise regelmäßige Erscheinungstermine für Blogartikel oder feste Versandtermine für Newsletter, auf die die Empfänger sich einstellen können. Unternehmen verfolgen in der Regel eine Corporate Identity (CI) und nutzen in ihrem Marketing und der Öffentlichkeitsarbeit ein Corporate Design. Auch bei der Personal Brand sollten Sie auf ein Erscheinungsbild mit Wiedererkennungswert achten.

Das Instagram-Profil von Frank Thelen bedient sich der gleichen Farben und Schriftarten, die auch auf der Website, bei LinkedIn und weiteren Kanälen zum Einsatz kommen. Auf diese Weise schafft er nicht nur Wiedererkennungseffekte, sondern verleiht seinen Beiträgen auch einen professionellen Anstrich.

Die Personal Brand – viel Arbeit mit lohnenswertem Output

Der Weg zur Marke „Ich“ ist ein stetiger Prozess, dessen positive Auswirkungen den hohen Aufwand jedoch allemal wert sind. Die Personal Brand erlaubt Ihnen und anderen, ein klares Bild von Ihrer Persönlichkeit zu erhalten. Sie trägt dazu bei, Ihren Bekanntheitsgrad in Ihrer Branche und Zielgruppe zu steigern, und verleitet andere dazu, sich mit Ihnen vernetzen zu wollen. Und letztlich kann Sie Ihrem Unternehmen und Ihnen selbst zu beruflichem Erfolg verhelfen.


Philipp Scherber

Der gebürtige Neuwieder kehrte nach 10 Jahren in Trier (Bachelor-Studium Geschichte und Medienwissenschaft) und Köln (Master-Studium Geschichte, Volontariat und stv. Chefredakteur BANKINGNEWS) zurück in die alte Heimat und ist seit November 2019 als Content Marketing Manager im Team von dirico.io.

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