Talkwalker hat sich darauf spezialisiert, Unternehmen Medienanalysen in Echtzeit bereitzustellen. Im Interview mit Mitgründer Christophe Folschette sprachen wir über das „Command Center“, die ideale Medienanalyse und warum es wichtig ist, beim Community Management aktiv in Dialoge einzugreifen.

Wie Profis von Talkwalker mit künstlicher Intelligenz Daten besser auswerten

Wie funktionieren eure Analysen? Warum benötigt man dazu künstliche Intelligenz? 

Eine AI-Engine, also künstliche Intelligenz, ist im Social Listening wahrscheinlich so etwas wie eine Analyse-Revolution. Wer schon länger im Bereich Monitoring unterwegs ist, weiß, dass es dabei auf die „Search Query“, also die richtige Zusammensetzung von Suchbegriffen ankommt. Sonst können sich Datenungenauigkeiten einschleichen. Eine AI-Engine wie die von Talkwalker benötigt für einfache Suchbegriffe nur knapp 20 Minuten Training und liefert anschließend mit 99,5-prozentiger Genauigkeit nur Ergebnisse zu genau dieser Marke. Bei Millionen möglicher Resultate wird die Analyse nicht nur genauer, sondern auch ungleich schneller. Auch die Sentiment-Analyse und die Bilderkennung werden durch die AI-Engine kontinuierlich verbessert. Monitoring ist also ein Bereich, bei dem künstliche Intelligenz längst in der Praxis angekommen ist. 

Beschränkt sich das aufs Netz? Was ist mit Print- und TV-Daten? 

Social Media Monitoring ist auch deshalb manchmal ein irreführender Begriff, weil Monitoring nie auf soziale Medien, Websites, Blogs und Foren beschränkt sein sollte. Bei Talkwalker erfolgt die Integration von Print- und TV-Daten nahtlos über Drittanbieter. Analysen können so realistisch über mehrere Medientypen hinweg vollzogen werden. Ergänzt durch Visual Listening führt das zu einem nahezu kompletten Markenbild,das nur durch die volle Medienabdeckung möglich ist. Außerdem ist es praktischer, solche Daten aus einem Tool heraus zu analysieren und nicht für die digitalen Clipping-Reports der PR einen dritten Dienst zu nutzen.  

Sagt mir Talkwalker, wann ich in Dialoge über meine Marken eingreifen muss? Wie hilft es mir beim aktiven Community-Management? 

Beim Monitoring gibt es verschiedene Use Cases wie Kampagnen-Tracking, Channel Monitoring oder Brand Monitoring. Das aktive Eingreifen und Community Management fällt dann oft in den Bereich PR und Customer Service. Hier gibt es innerhalb der Monitoring-Plattform Tools wie Alerts oder automatisch erstellte Reports, die den Empfänger u. a. dann per E-Mail erreichen, wenn zum Beispiel bestimmte negative oder positive Ausschläge erreicht werden. Wird plötzlich 20 Prozent negativer in den Foren über meinen Service gesprochen, sollte ich das wissen. Ein Alert als Teil des Social Listenings ist hier der erste Schritt, um in Echtzeit auf diese Entwicklung aufmerksam gemacht zu werden. Also lautet die Antwort: Ja, das Tool gibt mir deutliche Indikatoren, wann es ratsam ist, einzugreifen oder aktiv die Community zu managen.  

Was sind für dich Business-Intelligence-Plattformen? 

Man kann zwischen einfachen Analyse-Plattformen und Business-Intelligence-Plattformen insofern unterscheiden, dass letztere unmittelbare Kunden- oder Markt-Insights direkt aus der Plattform heraus mitliefern. Was nützt schon ein Analyse-Tool, das mir sagen kann, wie hoch mein Kampagnen-Engagement war, wenn mir nicht auch gleichzeitig ein hochakkurates Sentiment mitteilt, ob die Reaktionen positiv oder negativ waren? Mir reicht es nicht zu wissen, wie oft meine Marke erwähnt wurde oder wo, sondern mit welchen Markenwerten sie verbunden wurde und mit welchem PR-Ansatz ich diese Werte beeinflussen kann. Die Business Intelligence muss also direkt aus dem Analyse-Tool kommen. Und für viele ist genau das auch der Unterschied zwischen Monitoring und Social Listening.  

Wie wichtig sind dabei Influencer? Und wie funktioniert eine Influencer-Kampagne? 

Influencer Marketing hat sich in den letzten zwei Jahren stark gewandelt. Glaubwürdigkeit und Authentizität von Makro-Influencern sind durch Posting-Pannen und sinkendes Engagement stark gesunken. Mikro-Influencer hingegen haben zwar niedrigere Reichweiten, produzieren aber ein vergleichsweise hohes Engagement, weil sie durch Themen, anstelle von Reichweite, Einfluss ausüben. Noch viel entscheidender jedoch ist, dass Kampagnen mit Hunderten von Mikro-Influencern auch massenhaft mess- und steuerbar sind. Moderne Influencer-Measurement-Tools setzen hierbei vor allem auf einen belegbaren Return of Investment für Influencer-Kampagnen. 

In unserem Magazin Corporate Newsroom beleuchten wir das Thema des Artikels näher. Dort finden Sie viele weitere Best Practices und Expertenbeiträge.

Hier geht’s zum kostenfreien Download.

Seiten:

Sascha Böhr

Gründer und CEO der Social-Media-Agentur 247GRAD und von dirico.io. Experte für digitale Kommunikation und Corporate Newsrooms.

Schreibe einen Kommentar