„Macht mal was mit Social“, kann da jedenfalls nicht die einfache Ansage sein. Wie ein Newsroom die nötigen Antworten geben kann, erläutert Sascha Böhr, Gründer und CEO von dirico.io, im Interview.

3 Fragen an Sascha Böhr

„Macht mal was mit Social“, kann da jedenfalls nicht die einfache Ansage sein. Wie ein Newsroom die nötigen Antworten geben kann, erläutert Sascha Böhr, Gründer und CEO von dirico.io, im Interview. 

Dieser Beitrag ist Teil unseres Corporate Newsroom Magazins, in dem wir viele Best Practices und Experten vorstellen.

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Sascha Böhr
Gründer und CEO der Social-Media-Agentur 247GRAD und dirico.io. Experte für digitale Kommunikation und Redaktionsplanung.


Du sagst, beim Newsroom geht es weniger um die Software, sondern viel mehr um die Struktur und den Ansatz. Was meinst du damit? 

Niemand kann heute allein die Vielzahl an Medien und Kanälen überblicken. Es geht um Zusammenarbeit, Tempo und Sorgfalt. Und um mediengerechtes Veröffentlichen. Wenn zum Beispiel ein Unternehmen Restrukturierungen plant, sind die hausinternen Kanäle wie der Mitarbeiter-Newsletter mit Vorrang zu bedienen. Du kannst „nicht nicht“ kommunizieren. Gleichzeitig sind Veröffentlichungen nach außen unter Kontrolle zu halten, damit eventuelle Reaktionen auf einen Facebook-Post nicht aus dem Ruder laufen. Beide Kanäle sind für sich besonders und erfordern eine jeweils andere Handhabung. So muss der Newsletter klar auf die genauen Folgen für jeden einzelnen Mitarbeiter eingehen. Auf Facebook muss währenddessen gegen falsche Schlussfolgerungen vorgegangen werden. Das erfordert kurze Nachfragewege. Ein Newsroom kann dafür die richtige Struktur vorgeben, wenn etwa der Social-Media-Redakteur nah an der Personalabteilung und Geschäftsführung arbeitet. Und der Ansatz gegenseitigen Vertrauens gewählt wurde. Es braucht einen Chef vom Dienst, der all das koordiniert – und große Transparenz, damit nicht zufällig zeitgleich auf Instagram und Co. die lange geplante Kampagne „Alles muss raus“ zum Winterschlussverkauf startet. 

Dann muss der Social-Media-Redakteur zum Alleswisser werden? 

Nein, er muss aber jederzeit Zugriff auf die benötigten Informationen haben. Und er muss kanalspezifisch arbeiten können. Sinnvoll könnte, um bei dem Beispiel zu bleiben, ein Format „Drei Fragen an den Vorstand“ als Kurzvideo auf YouTube oder Facebook sein. Im Newsroom braucht es dazu technische Ressourcen wie Kamera, Mikrofon und eine leicht herzustellende Aufnahmesituation. Schnitt und Technik werden im besten Fall am Newsdesk von einem Grafiker umgesetzt, damit eingeblendete Texte auf die veröffentlichten Social-Media-Posts abgestimmt sind. 

Solche Abstimmungen sind doch schnell erledigt. 

Das mag bei einem einzelnen Thema stimmen. Wir sprechen jedoch über zahlreiche Kommunikationsmaßnahmen, die im Laufe eines Jahres für die Unternehmen anfallen. Und teilweise arbeiten die Unternehmen in verschiedenen Städten, Ländern oder sogar auf verschiedenen Kontinenten. Produkteinführungen, neue Dienstleistungen, personelle Veränderungen, Marktentwicklungen – da gibt es auch immer wieder Ungeplantes und Überraschungen. In solchen Situationen hilft es, wenn vom Newsroom aus alles in Reichweite ist. Sei es der Kollege vom Vertrieb, dem man eine spezielle Frage weiterreichen kann, oder das Planungsdokument über die Einführung des neuen Produkts, das im gemeinsam zugänglichen Kalender eingesehen werden kann. Im Prinzip kann und muss der Einzelne im Newsroom gar nicht alles wissen. Aber er muss sich darauf verlassen können, schnell und in einem gut strukturierten Prozess auf Unterlagen und Vorarbeiten anderer zugreifen zu können. Wenn ein Newsroom dieses Versprechen einlöst, hat das Unternehmen seine Kommunikation schon sehr viel besser im Griff. 

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Denise Simon

Marketing Managerin bei dirico.io und schreibt hier im Blog über Content Marketing, Social Media und den ganzen Rest.

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